Öffis in Salzburg: Neue Bus-Linie 17 verzeichnet hohe Fahrgastzahlen + Kommentar
Im kommenden Frühjahr soll die Linie 17 dann künftig zwischen Salzburgarena und Johannes-Filzer-Straße durchgehend im 15-Minuten-Takt verkehren. SALZBURG.
Anmerkung In-Motion.me:
Mit Zahlen kann man offenbar auch sehr schön Selbstlob betreiben. 😉
40.000 Fahrgäste im Monat klingen zunächst beeindruckend. Rechnet man die Zahl aber auf den Betrieb herunter, ergibt sich ein etwas anderes Bild:
40.000 Fahrgäste ÷ 30 Tage = rund 1.333 Fahrgäste pro Tag. Bei 18 Betriebsstunden sind das durchschnittlich rund 74 Fahrgäste pro Stunde. Auf zwei Fahrtrichtungen verteilt bleiben rund 37 Fahrgäste je Richtung und Stunde. Bei zwei Fahrten pro Stunde und Richtung wären das durchschnittlich gerade einmal rund 18,5 Fahrgäste pro Fahrt.
Und dabei ist bereits die sehr vereinfachende Annahme getroffen, dass die Nachfrage über den gesamten Betriebstag gleichmäßig verteilt ist – was in der Realität natürlich nicht der Fall ist.
Noch interessanter wird es, wenn man sich anschaut, *wo* diese Fahrgäste tatsächlich hinfahren. Wenn die Linie nur zwischen Hanuschplatz und Mozartsteg unterwegs ist, kann man die 40.000 Fahrgäste schwerlich als Beleg dafür verkaufen, dass damit ein entsprechend großer Teil des öffentlichen Verkehrs in Salzburg ersetzt oder verbessert wird.
Hinzu kommt, dass die Linie 17 zeitlich teilweise knapp vor der Linie 7 fährt und damit dieselbe Nachfrage bedient bzw. die Linie 7 kannibalisiert. Ein Fahrgast, der bisher die 7 genommen hätte und nun mit der 17 fährt, ist zwar statistisch ein Fahrgast der Linie 17 – aber kein zusätzlicher Fahrgast für das Gesamtsystem.
Genau deshalb sollte man bei solchen Erfolgsmeldungen nicht nur absolute Fahrgastzahlen präsentieren, sondern auch fragen: Wie viele davon sind tatsächlich zusätzliche ÖV-Fahrten? Wie viele wurden von anderen Linien abgezogen? Wie hoch ist die Auslastung pro Fahrt? Und welchen zusätzlichen Nutzen bringt das Angebot für das Gesamtsystem?
40.000 Fahrgäste können eine gute Zahl sein. Sie sind aber noch lange kein Beweis dafür, dass ein Verkehrskonzept erfolgreich ist. Entscheidend ist, was hinter der Zahl steckt.