Tiefgarage statt Bahn: Weizer ÖVP: „Es war ein Fehler, den Zug bis in die Stadt zu führen“
Die Weizer ÖVP kritisiert die S-Bahn-Verlängerung und fordert eine Tiefgarage zur besseren Erreichbarkeit der Innenstadt in Weiz.
Anmerkung der Redaktion:
Die vorgeschlagenen Ideen der Weizer ÖVP wirken wie ein Rückschritt in eine Verkehrspolitik vergangener Jahrzehnte.
Zu behaupten, es sei ein Fehler gewesen, die S-Bahn bis in die Stadt zu führen, verkennt ihren eigentlichen Zweck: Menschen eine attraktive Alternative zum Auto zu bieten und die Innenstadt bequem, sicher und klimafreundlich erreichbar zu machen. Gerade eine direkte Bahnanbindung ist ein Standortvorteil für eine moderne Stadt und stärkt langfristig Handel, Tourismus und Lebensqualität.
Dass die Belebung der Innenstadt ausgerechnet durch mehr Autoverkehr erreicht werden soll, ist ebenfalls fragwürdig. Zahlreiche Beispiele aus Österreich und Europa zeigen, dass attraktive öffentliche Räume, gute Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln, sichere Radwege und angenehme Aufenthaltsqualität wesentlich erfolgreicher zur Belebung von Stadtzentren beitragen als zusätzliche Parkplätze.
Natürlich müssen auch Autofahrerinnen und Autofahrer die Innenstadt gut erreichen können. Daraus jedoch abzuleiten, dass die Lösung in einer neuen Tiefgarage, dem Rückbau öffentlicher Verkehrsangebote oder dem Abriss bestehender Gebäude liegt, greift zu kurz. Die eigentlichen Herausforderungen liegen im Strukturwandel des Handels, im Onlinehandel und in der Schaffung eines attraktiven Nutzungsmixes aus Einkaufen, Gastronomie, Wohnen und Kultur.
Eine zukunftsorientierte Stadtentwicklung sollte nicht das Auto gegen die Bahn ausspielen, sondern alle Mobilitätsformen sinnvoll miteinander verbinden. Wer heute die S-Bahn infrage stellt, riskiert einen wichtigen Standortvorteil für Weiz und sendet das falsche Signal für die Zukunft.