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Region
AT224 Oststeiermark
Branche
Neue Gleichenberger Bahn
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Steiermark Bahn (StB)

Gleichenberger Bahn – ein Jahr völliger Stillstand, ein Jahr seichtes polemisches Schmähführen mit „Tourismusbahn“

10. August 2022, 10:00 Uhr von Richard Fuchs

Ein Jahr Stillstand und Verkommenlassen der Gleichenberger Bahn brachte viele Eisenbahnfreunde, die ein letztes Mal mit der Bahn fahren wollten. Nicht bis 2025 ist die Bahn gesichert, sondern nur bis zum nächsten Hochwasser. Das wars dann!

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Vor ziemlich genau einem Jahr hat es sich eine Gruppe engagierter Bürger nicht mehr gefallen lassen wollen, die Gleichenberger Bahn systematisch zerstören zu lassen. Die Bürgermeister der Gemeinden Bad Gleichenberg, Gnas und Feldbach dürften spätestens 2021 intern beschlossen haben, die Gleichenberger Bahn sang- und klanglos sterben zu lassen (siehe Link 1).

Politiker aller Parteien, mit Ausnahme der ÖVP, organisierten einen Protest-Sonderzug am 29. August 2021 gegen die Zerstörung dieser umweltfreundlichen Nahverkehrsbahn (siehe Link 2). Parallel dazu wurde der Verein „Neue Gleichenberger Bahn“ gegründet. Diese beiden Aktivitäten schlugen derart hohe Wellen, dass Regionalpolitiker Fartek den Verein kontaktierte. Es ging nicht darum, konstruktiv die Bahn zu retten. Er verlangte sehr unverhohlen die Auflösung des Vereines. Damit war von Anfang an völlig klar, wohin „die Reise hingehen soll(te)!“

Am 29.08.2021 fand auf der Gleichenberger Bahn eine Protest-Sonderfahrt statt, weit über 500 Personen hatten sich angemeldet, nur 240 konnten aus Kapazitätsgründen mitfahren.

Sofort war klar, dass irgendwelche „Leichen im Keller lagen“. Ein im Internet angekündigtes „Örtliches Entwicklungskonzept“ deckte den Versuch der Stadtgemeinde Feldbach auf, ohne Wissen der Eigentümer der Steiermärkischen Landesbahnen und der Basaltwerke Appel, deren Grundstücke zu verscherbeln (siehe Link 3 & 4).


Marketing-Schmäh „Tourismusbahn“

Als nun die dunklen Machenschaften ans Licht der Öffentlichkeit kamen, erfand man einen neuen Schmäh, der Verkehrsressort-Chef Landeshauptmann-Stellvertreter Lang in die Karten spielte, die „Tourismusbahn“. Bereits damals hat der Verein „Neue Gleichenberger Bahn“ darauf hingewiesen, dass jede Art von Bahn eine funktionierende Infrastruktur benötigt, egal ob Nahverkehrsbahn oder als ominöse „Tourismusbahn“. Als Marketing-Schmäh wurde eine fadenscheinige Internet-Show als Videokonferenz für ein „Tourismus-Konzept“ abgehalten, das eisenbahnbetriebliche Notwendigkeiten einfach nicht zuließ (siehe Link 5).

Eine Art „Leichenfledderei“, an einer „sterbenden Bahn“, sollte die Aneignung des Bahnhofes Gnas, wieder den Eigentümer Steiermärkischen Landesbahnen nicht zu fragen, als „Konzept“ verkauft werden (siehe Link 6).

Lokalbahn Feldbach - Bad Gleichenberg Sommer 2020 mit ET1 im Bahnhof Gnas


Notwendige Bahnerhaltung wird nach wie vor ignoriert! (siehe Link 7)

Die irrige Meinung, eine sogenannte „Tourismusbahn“ müsse sich weder an die geltenden Eisenbahngesetze noch an Naturgesetze halten, kann sehr schnell in einen lebensgefährlichen Fehler, womöglich mit vermeidbaren Toten, umschlagen.

Gefahr in Verzug!

„Die Bahn ist bis 2025 gesichert!“

Das könnte man natürlich hoffen. Die Realität ist sehr wahrscheinlich eine ganz andere. Das nächste Hochwasser bestimmt die Zukunft der Bahn und nicht eisenbahnfeindliche Politiker oder verantwortungslose Pufferküsser!

Das nächste Hochwasser kommt bestimmt und aufgrund fehlender Präventionsmaßnahmen der Hanggewässer wie in den Ortsteilen Oedt, Maierdorf und Trautmannsdorf ist ziemlich überraschungsfrei, dass dort der Bahndamm weggeschwemmt werden wird und die Häuser dahinter absaufen werden. Dann können die Bürgermeister von Feldbach und Gnas nur mehr beten, dass kein Zug entgleist, umstürzt und womöglich Tote zu beklagen sind. Denn diese Toten hätten, im Wissen um das Problem, ganz klar die beiden Bürgermeister zu verantworten!

Wasserdurchsättigter Hang gefährdet den Bahndamm im Bereich Oedt da die Bachdurchlässe im Bahndamm keine Verbindung zur Drainage im Hang haben. Es hat den Anschein, dass sich die Stadtgemeinde Feldbach nicht um die Dammsicherung und um den Hangwasserschutz kümmert. Wegener-Net Klima-Meßstation in Feldbach Ortsteil Oedt oberhalb des grundwassergefährdeten Hanges. Hangwasser gefährdet Häuser am Hang in Feldbach-Oedt


Ein Jahr verantwortungslose Polemik

Seit dem Protest-Sonderzug im August 2021 ist nun das erste Jahr des völligen Stillstandes in der verkehrspolitischen Entwicklung ungenützt vergangen. In diesem Zeitraum ist mit plumper inhaltsleerer Polemik um die ohnehin nicht existente „Tourismusbahn“, wertvolle Zeit, trotz Handlungsbedarf, untätig verstrichen.

Bedenkliche Verkehrspolitik in der Steiermark

Die Signale des beratungsresistenten verkehrsressortzuständigen Landeshauptmann-Stellvertreters Lang sind eindeutig zuordenbar. Wenn man alle Eisenbahnen in der Steiermark zerstört, folgt er dem Irrglauben für das Bundesland viel Geld zu sparen. Diese rückwärtsgewandte Verkehrspolitik provoziert nämlich langfristig Strafzahlungen an die EU! Natürlich kann man nicht generell alle Bahnen kaputtmachen, aber zumindest die sog. „Nebenbahnen“ „sollten sich ausgehen“.

Wenn sich die Menschen entlang der verächtlich gemachten „Nebenstrecken“ Feistritztalbahn, Murtalbahn, Thermen- oder Wechselbahn, Gesäusestrecke, Erzbergbahn etc. nicht auf die Füße stellen, auch das Abwählen des Politikers wäre ein Weg, kann Lang sein Zerstörungswerk ungehindert durchziehen. Was mit den Regionen entlang der Bahnen wirtschaftlich passiert, dürfte dem Herrn ziemlich egal sein.

Hilfswillige Eisenbahnhasser an der Gleichenberger Bahn helfen LH-Stv. Lang!

Bei der Gleichenberger Bahn hat der Verkehrspolitiker offensichtlich das „Glück“ (aus seiner Sicht) zwei ahnungslose Erfüllungsgehilfen (Fartek und Schweiner) gefunden zu haben, die als Hilfswillige gerne das Damoklesschwert der Nicht-Finanzierung der Infrastruktur der Gleichenberger Bahn auf sich genommen haben, damit sich LH-Stv. Lang ungeniert aus seiner Verantwortung hinausstehlen kann. Diese beiden Hilfswilligen dürften das irgendwie nicht bemerkt haben.

Ohne Verbesserung der Infrastrukturmaßnahmen ist die Gleichenberger Bahn nicht bis 2025 gesichert, wie viele realitätsfremd behaupten, sondern nur bis zum nächsten Hochwasser. Wie das den Politikern dann um die Ohren fliegen wird, wird spannend zu beobachten sein!

So oder ähnlich könnte ein Triebwagen auf der modernisierten Gleichenberger Bahn unterwegs sein.