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Das sind die unpünktlichsten Züge aus Österreich, Deutschland und der Schweiz 2021!

Branchenvideo
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Hochladedatum: 14. Januar 2022 | Video-Erstelldatum: 15.01.2022 | Ersteller: Eisenbahn in Ö D CH
youtu.be | Branchenvideo, Dokumentation, YT_E | Ö-D-CH
00:10:00 Videolänge

Videobeschreibung:

In diesem Video beschäftigen wir uns mit den unpünktlichsten Fernzügen der drei deutschsprachigen Länder im letzten Jahr. Dieser Beitrag wurde, wie alle anderen auch, auf der Grundlage sorgfältiger ausgewählter Daten erstellt.


Weiterführende Informationen:

Die gesammelte Pünktlichkeitsstatistik stammt von Zugfinder, einer Plattform, die über die Pünktlichkeit aller Fernzüge aus vielen europäischen Ländern informiert.


Das Videoskript zum Nachlesen

Einleitung

Bereits vor zwei Jahren haben wir uns die pünktlichsten und unpünktlichsten Züge angesehen, die auf den heimischen Schienen verkehren. Hierzu gibt es nun ein Update und zwar mit den zuverlässigsten und unzuverlässigsten Zugläufen des nun vergangenen Jahres 2021. Heute beschäftigen wir uns mit den unpünktlichsten Fernzügen aus Österreich, Deutschland und der Schweiz, nächste Woche folgen dann die allerpünktlichsten Fahrten.

Platz 10

Nach langer Vorrede nun los mit Platz 10. Dort liegt der Nightjet 425 von Brüssel nach Wien Hbf. 69% aller gefahrenen Züge waren mehr als 5 Minuten verspätet - im Durchschnitt sogar 50 Minuten. Konkret heißt das: 32 von 102 Zügen im Jahr 2021 waren pünktlich. Bei Nachtzügen liegt der Grund für die Verspätung einerseits natürlich in der großen Distanz, die zurückgelegt wird und andererseits auch darin, dass Nachtzüge nicht dieselbe Priorität besitzen wie Tageszüge, und deshalb Verzögerungen vonseiten der Leitstellen oft eher in Kauf genommen werden

Platz 9

Auf dem 9. Platz liegt ICE 1039 von Hamburg-Altona nach Köln. Diese abendliche Verbindung wurde im Fahrplan 2021 6 Mal pro Woche angeboten und mit ICE 2 Zügen geführt. Mit einer Abfahrt um 17:52 Uhr in Altona und um 18:10 in Hamburg Hbf. erreichte der Zug Köln Hbf. planmäßig um 21:58 Uhr. Das war allerdings nicht sonderlich oft der Fall, denn nur 31% der Züge kamen pünktlich in Köln an. Im Durchschnitt musste man sich auf eine Verspätung von 24 Minuten einstellen, aber auch eine Ankunft 60 Minuten nach Plan war leider keine Seltenheit.

Platz 8

Platz 8 führt uns mit dem Eurocity 81 nach Italien. Er fährt von München Hbf. über Wörgl, Innsbruck, Bozen und Verona nach Bologna Centrale. Hier zeigt sich die traditionell eher mäßige Pünktlichkeit der Italiener, die, wenn auch auf dem Weg der Besserung, auch diesen internationalen Zug betrifft. Beleg dafür ist auch, dass die Verspätungen fast immer im italienischen Streckenabschnitt entstehen, während der Zug in Deutschland und Österreich beinahe fast immer pünktlich ist. In Bologna kommt der EC 81 mit einer durchschnittlichen Verspätung von 16 Minuten an.

Platz 7

Platz 7 führt uns in die Schweiz. Diese ist selbstverständlich für ihre pünktlichen Züge bekannt, das Problem liegt auch hier tatsächlich wieder in Italien. (SBB Astoro) Denn der EC 37 von Genf nach Venedig über Montreux, Mailand und Vicenza hat seine maximale Verspätung meist im italienischen Gallarate. Nur 107 von 350 Zügen kamen planmäßig in Venezia Santa Lucia an. Davon abgesehen ist die Strecke dieses Zuges aber eine sehr interessante, die es sich mit Sicherheit zu fahren lohnt.

Platz 6

Recht ähnlich zum vorherigen Zug ist auch der Platz 6 in dieser Reihung: das ist nämlich EC 57 von Basel SBB nach Milano Centrale. 71% dieser Züge waren im vergangenen Fahrplanjahr verspätet - das ist kein guter Schnitt. In letzter Zeit bessert sich die Zuverlässigkeit dieses Zuges glücklicherweise aber wieder. Mit ein Grund für die regelmäßigen teils hohen Verspätungen der beiden Zugläufe könnten auch die aufgrund der damaligen Situation durchgeführten Grenzkontrollen von italienischer Seite Mitte letzten Jahres sein. Zwecks dieser wurden die SBB Eurocitys nämlich oft bis zu eine Stunde lang an der Grenze angehalten, um alle Passagiere nach einer Impfung oder einem negativen Test zu kontrollieren.

Platz 5

Auch der 5. Platz ist ein Eurocity, der allerdings an ganz anderen Orten unterwegs ist. Konkret geht es um den EC 212 von Zagreb nach Villach über Laibach und Aßling in Slowenien. Auch die kroatischen Eisenbahnen sind nicht gerade für ihre Pünktlichkeit bekannt, was wohl der Hauptgrund dafür ist, dass dieser Zug eine Durchschnittsverspätung von über 30 Minuten hat. Das trifft es auch in der Realität ganz gut, wie ich bestätigen kann, da ich im Herbst selbst von Zagreb nach Österreich unterwegs war. Das besondere an genau diesem Eurocity ist aber, dass er im letzten Fahrplanjahr saisonal weiter Frankfurt am Main fuhr. Weitere Zwischenhalte dorthin waren unter anderem Salzburg, München und Stuttgart. Nun, im neuen Fahrplanjahr fährt der Zug ganzjährig bis September ab Villach als Eurocity 112 weiter nach Frankfurt. Wie sich das auf die Verspätung auswirkt, wird sich zeigen.

Platz 4

Auf Platz 4 findet sich der zweite und letzte ICE dieser Aufzählung. Dieser hat es aber in sich. Der ICE 1129 fährt seit 10. September täglich von Hamburg nach München und ersetzt zudem den ICE 519. Denn er fährt nicht über Hannover, Fulda und Nürnberg, und auch nicht über Berlin, sondern über Dortmund, Bremen und Köln. Auch am Frankfurter Flughafen und in Augsburg wird unter anderem halt gemacht. Diese Fahrt quer durch die Republik dauert plangemäß knapp 9 Stunden und bei der zurückgelegten Strecke ist es fast nicht verwunderlich, dass die Züge mit dieser Nummer zu 75% verspätet sind. Schließlich steigt die Wahrscheinlichkeit einer Verzögerung mit der Länge der Strecke und dieser Zuglauf lässt sich schon als wirklich außergewöhnlich bezeichnen. Durchschnittlich sind die ICE 4, die auf dem ICE 1129 eingesetzt werden, 23 Minuten verspätet.

Platz 3

Auf in die Top 3 mit dem Euronight 498! Und die Strecke dieses Zuges kommt uns nun schon durchaus bekannt vor, denn sie führt von Zagreb Glavni Kolodvor über Villach Hbf. nach München Hbf. Abfahrt in Zagreb ist um 21:27 Uhr, Ankunft in der Bayerischen Landeshauptstadt um 06:30 Uhr, wenn denn da die regelmäßigen Verspätungen nicht wären. Rund 40 Minuten mehr sollte man hier im Durchschnitt einplanen, nur 20 von 81 gefahrenen Zügen waren pünktlich. Bei einer so frühen Ankunft würde es zumindest mich persönlich aber weniger stören, noch etwas länger schlafen zu können.

Platz 2

Der 2. Platz ist mit dem EC 39 eher unspektakulär, denn dieser Zug fährt von Genf nach Milano Centrale und war deshalb bereits etwas weiter unten in den Top 10 in ähnlicher Form vorhanden. Auch wenn die durchschnittliche Verspätung von 18 Minuten nicht die höchste ist, sollte man sich in Italien gerade aufgrund der Häufung unpünktlicher Züge Gedanken machen.

Platz 1

Denn auch der 1. Platz hat einen Zusammenhang zum italienischen Streckennetz. Und das ist der NJ 40294 von Roma Termini nach Wien Hbf. Für diese unrühmliche Platzierung spielen mehrere Faktoren zusammen: einerseits eben auch hier die niedrige Betriebsstabilität auf dem italienischen Streckennetz, dann die weniger hohe Periodisierung von Nachtzügen im Vergleich zu Tageszügen und in Folge Teils die Vergrößerung von Verspätungen, da die Züge dann eben in anderen Zeitlos fahren, also ursprünglich geplant, und eben nicht unbedingt periodisiert werden. Das führt dazu, dass der Nightjet von Rom nach Wien nur 46 von 199 Mal pünktlich in der österreichischen Hauptstadt ankam. Die durchschnittliche tägliche Verspätung liegt bei 54 Minuten, manchmal sind es aber auch mehrere Stunden. Hat man Glück, kann man aber natürlich auch mit diesem zug pünktlich ankommen. Die ÖBB sind sich der Pünktlichkeitsprobleme einiger Nachtzüge aber durchaus bewusst, und versuchen, mit Puffern im Fahrplan gegenzusteuern. Natürlich müssen aber trotzdem die Herkunftsländer der Züge ebenfalls ihren Beitrag leisten, um die Züge künftig öfter planmäßig über die Grenze zu bringen, ganz egal in welches Land.

Denn es fällt auf, dass bis auf die beiden ICEs alle vorkommenden Züge international unterwegs sind, also zumindest eine Landesgrenze überqueren.