Das Ende für TALENT 3, Metropolitan und Abellio(?); ICE L vorgestellt und viel mehr | BahnNews August 2021

YT_E | Ö-D-CH
Baustelle
YT_E | Ö-D-CH
Hochladedatum: 03. September 2021 | Video-Erstelldatum: 03.09.2021 | Ersteller: Eisenbahn in Ö D CH
youtu.be | YT_E | Ö-D-CH
00:19:12 Videolänge

Videobeschreibung:

Das ist BahnNews für den August mit einer Fülle interessanter Themen.
Es geht um die Bestellung der ÖBB von 20 Nightjets und 21 Desiro ML bei Siemens, um das 3€ Klimaticket, die erneuten Bahnstreiks in Deutschland, das Bahnwerk Cottbus, Änderungen beim ICE L, fehlerhafte Züge bei der Schöbuchbahn, den letzten ausgelieferten Giruno und noch viel mehr.


Weiterführende Informationen:

00:00 Intro
00:17 20 weitere Nightjets für die ÖBB
01:23 3€ Klimaticket ab 26.10.
03:24 Desiro ML als TALENT 3-Ersatz
04:39 Bahnwerk Cottbus kommt früher
05:26 Mehr Platz im FlixTrain
05:57 GDL-Streiks gehen weiter
07:00 Br 483/484 schließen Probebetrieb erfolgreich ab
07:45 Vectron MS für Railpool
08:19 CAF Nexio mit zu starker Bremse
09:51 Alstom versäumt wichtige Frist
11:07 Abellio ist insolvent
12:40 Neues zum ECx
14:25 Ende für den ex-MET bei der DB
15:20 Letzter Giruno ausgeliefert
16:10 Bauarbeiten in Basel
16:55 Bilaterales Abkommen Stärkung Bahnverkehr
17:53 Bahnhof Burgdorf Steinhof ist fertig
18:35 Outro

Das Videoskript zum Nachlesen

Österreich

ÖBB bestellen 20 weitere Nightjets

Die ÖBB bestellen 20 weitere siebenteilige Nachtzüge aus der Plattform Viaggio Next Level bei Siemens Mobility für den zukünftigen Ausbau der Nightjet-Flotte. Bis 2025 werden dann insgesamt 33 ÖBB Nightjets der neuen Generation auf der Schiene sein und europäische Städte über Nacht klimafreundlich verbinden.
Diese Züge sind für den Verkehr von Wien und Innsbruck nach Hamburg und Amsterdam sowie für die Strecken von Wien nach Bregenz und Zürich vorgesehen. Ebenso sollen die Verbindungen von Graz nach Zürich sowie von Zürich nach Hamburg und Amsterdam mit den neuen Zügen bedient werden.

Die siebenteiligen Einheiten bestehen aus je zwei Sitzwagen, drei Liegewagen und zwei Schlafwagen. Neu an Bord sind kostenfreies WLAN, ein barrierefreier Wagen pro Zugverband und die bereits besprochenen Mini Capsule als Ergänzung zu den Liegewagenabteilen. Der Start der Test und Zulassungsfahrten von einzelnen Nightjet - und Railjetwagen der neuen Generation wird für diesen Herbst erwartet.

3€ Klimaticket kommt im Herbst

Nach eineinhalb Jahren Arbeit sind die finanziellen Mittel gesichert, die gesetzlichen Grundlagen geschaffen und die meisten notwendigen Verträge mit den Bundesländern, Verkehrsverbünden und Bahnunternehmen verhandelt, um das viel diskutierte 3€ Klimaticket endlich starten lassen zu können. Damit soll man künftig als Jahreskarte um 3 Euro pro Tag alle öffentlichen Verkehrsmittel in ganz Österreich nutzen können. Auch die notwendige Verordnung hierfür steht mittlerweile, sechs der neun Bundesländer haben die Verträge bereits unterzeichnet. Mit dem Verkehrsverbund in der Ostregion (VOR), der den Nahverkehr in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland managt, konnten aber bislang keine Vertragsabschlüsse erreicht werden. Das zuständige Bundesministerium spricht davon, dass die Verhandlungen weit fortgeschritten seien. Sollte aber bis 26. Oktober, dem Tag an dem das Klimatickt Now, wie es jetzt heißt, starten wird, noch keine Einigung erzielt worden sein, dann gilt das Ticket nicht in den Bussen, Straßenbahnen und U-Bahnen in diesen 3 Bundesländern. Sowohl aber österreichweit in allen Zügen der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) und der Westbahn. Eine entsprechende Verordnung hierfür wird noch finalisiert.

Der Verkehrsverbund Ostregion stört sich derzeit noch an der laut eigenen Aussagen zu wenig kundengerechten Abwicklung des Ticketvertriebs, einem fehlenden zusätzlichen Angebotsausbau bei Bus und Bahn und vor allem Finanzierungsbeitrag, der bei weitem nicht ausreiche, wie der Verkehrsverbund mitteilte. Man hofft nun, ab dem Fahrplanwechsel im Dezember auch den Verkehrsverbund Ostregion in das Klimaticket zu integrieren.
Vorbestellbar ist das Klimaticket Now ab 1. Oktober zu einem Early Bird Preis von 949€ für Erwachsene und 699€ für Senioren, Jugendliche und Menschen mit Behinderung.

ÖBB bestellt Desiro ML als Ersatz für Talent 3

Die ÖBB erweitert ihre bestehende Nah- und Regionalzugflotte um 21 weitere moderne Nahverkehrszüge und kauft 21 Desiro ML Züge von Siemens Mobility. Die Triebfahrzeuge bestehen aus vier Teilen, sind etwa 100 Meter lang, bieten 8 Einstiege und sind für den Einsatz in Vorarlberg vorgesehen. Dazu werden sie mit dem modernsten Zugsicherungssystem ETCS ausgestattet. Auch die bisher nicht vorhandene vierteilige Ausführung ist bereits in Österreich zugelassen. Die Fahrzeuge für Vorarlberg sollen insgesamt 290 Sitzplätze und 2 Rollstuhlplätze bieten. Angepasst an die Saison werden die Fahrzeuge im Sommer über ausreichend Fahrradplätze verfügen und im Winter mit Skihalter ausgestattet sein. Fahrgäste können sich auf hohen Komfort durch technische Neuerungen wie ein digitales Bord-Infosystem, Klimaanlage, WLAN und Barrierefreiheit in Form von Türen mit Schiebebrett an jedem der acht Einstiegsbereiche freuen.

Deutschland

Neues Bahnwerk für Cottbus kommt früher

Das neue Bahnwerk in Cottbus kommt deutlich früher: Bereits ab 2024 werden in der Lausitz die ersten ICE gewartet – zwei Jahre eher als geplant. Baustart ist schon 2022, vorbereitende Maßnahmen wie die Sondierung des Baugrundes laufen bereits. Damit geht die Strukturstärkung in der Region zügig voran. Denn auch die neuen Arbeitsplätze im Werk Cottbus entstehen auf diese Weise früher: Bis 2024 stellt die DB mehr als 500 neue Mitarbeitende ein, bis 2026 kommen noch einmal 700 neue Stellen dazu. Insgesamt entstehen durch das neue Werk in Cottbus 1.200 neue hochqualifizierte Industriearbeitsplätze.

FlixTrain erhöht Sitzplatzkapazitäten

Nur wenige Wochen nach der erfolgreichen Expansion und Verdopplung der Streckenzahl baut FlixTrain sein Angebot weiter aus und bietet ab sofort auf allen Strecken 20% bis 50% mehr Plätze pro Fahrt an. Mit anderen Worten: die Züge werden länger. Die zusätzlichen Sitzplatzkapazitäten waren gerade während der Streiks des DB Zugpersonals äußerst hilfreich, wenngleich zu dieser Zeit immer wieder von stark verkürzten Züge die Rede war.

Streiks bei der Deutschen Bahn

Bereits zwei Streiks hat die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer im August durchgeführt, weitere, auch längere Arbeitskampfmaßnahmen können jederzeit folgen, wenn die DB im Tarifstreit kein neues Angebot vorlegt. Und das hat sie zum momentanen Zeitpunkt nicht vor. Die 3. Streikwelle findet im Personenverkehr vom 2. Sepember 2 Uhr bis 7. September 2 Uhr statt. Das sind 5 volle Streiktage, die sich erstmals auch über ein Wochenende erstrecken. Informiert euch vor euren Reisen also am besten auf bahn.de/aktuell oder im DB Navigator. Und wenn ihr erfahren wollt, warum viele Lokführer dieser Tage streiken, dann seht euch einfach mein Video von letzter Woche an, dort habe ich das erklärt.

Es nützt der Belegschaft zwar nicht direkt, aber in einem Punkt bietet die Deutsche Bahn der GDL nun weniger Angriffsfläche: Richard Lutz und die übrigen Konzernvorstände verzichten auf ihre Boni für das Jahr 2021. Das geht laut Nachrichtenagentur dpa aus einem Schreiben des Vorstands an Aufsichtsratschef Michael Odenwald hervor.

Testphase der neuen Berliner S-Bahnen erfolgreich abgeschlossen

Seit dem 1. Januar diesen Jahres fahren die zehn Vorserienzüge der Baureihe 483/484 die Strecke Spindlersfeld – Hermannstraße, also die S47, im sogenannten Fahrgastprobebetrieb. Dieser ist nun erfolgreich beendet, denn in ihren ersten sieben Monaten haben die Fahrzeuge ihre Zuverlässigkeit mit einer Verfügbarkeit von mehr als 99 Prozent unter Beweis gestellt und sich im Alltag bewährt. Die Züge fahren nun im Regelbetrieb. Somit ist der nächste wichtige Meilenstein der neuen S-Bahnen erreicht.
Die Serienfahrzeuge sind bereits in der Fertigung und werden planmäßig ab 2022 auf der S46 eingesetzt.

Railpool bekommt Mehrsystem - Vectrons

Railpool, einer der führenden Schienenfahrzeug-Vermieter Europas, hat bei Siemens Mobility 20 Mehrsystem Lokomotiven vom Typ Vectron MS bestellt. Die Fahrzeuge sind für den Betrieb in elf verschiedenen Ländern auf dem Ost-Korridor (D-A-PL-CZ-SK-H-SLO-HR-BG-RO-RS) vorgesehen. Die Auslieferung der Lokomotiven erfolgt in mehreren Phasen ab März 2022. Die Flotte von Railpool zählt mehr als 400 Fahrzeuge und wird mit diesem Auftrag erstmalig mit Mehrsystem-Lokomotiven von Siemens Mobility auf insgesamt 53 Siemens-Fahrzeuge erweitert.

Foto: Vectron Mehrsystem-Lokomotiven von Siemens Mobility

Fehlerhafte Triebzüge für die Schönbuchbahn

Ab Dezember 2021 sollten auf der 17 Kilometer langen Nebenbahn zwischen Böblingen und Dettenhausen eigentlich 12 neue Fahrzeuge des Typs Nexio von CAF im 15 Minuten Takt unterwegs sein. Die Strecke in Baden Württemberg wurde erst vor 2 Jahren, nicht ohne Vorfälle, elektrifiziert und konnte seitdem einen großen Fahrgastzuwachs vorweisen. Die neuen Fahrzeuge sollten nun den Ausbau der 1996 reaktivierten Bahnstrecke komplettieren und im September vom Eisenbahnbundesamt die Zulassung erhalten. Daraus wird nun aber vorerst einmal nichts. Denn die 60 Millionen Euro teure Regionaltriebzüge wurden wie eine Stadtbahn konzipiert und besitzen deshalb zu starke Bremsen, die Passagiere bei den Geschwindigkeiten, die die Bahn fährt gefährden können. Dieses Problem muss folglich vor einer Zulassung und dem Einsatz der Fahrzeuge gelöst werden. Wenn CAF die Bremse elektronisch abriegelt, sodass sie dann eine niedrigere Bremskraft aufweist, könnten die Nexio-Züge noch im ersten Quartal nächsten Jahres auf die Schiene kommen. Sollte eine komplette Neukonstruktion der Bremsen erforderlich sein, wird es noch mindestens 2 Jahre dauern, bis die Züge unterwegs sein können.
CAF sieht bei sich übrigens keine Schuld, es droht damit eine Auseinandersetzung zwischen dem Zweckverband Schönbuchbahn und CAF, was die Zulassung zusätzlich erheblich verspäten könnte. Zu einer Stellungnahme mir gegenüber waren die zuständigen Personen bei CAF leider nicht bereit.

Alstom versäumt Frist für Fusion mit Bombardier

Eine großen Bedingung für die Fusion zwischen Alstom und Bombardier Mitte letzten Jahres war, dass der Großkonzern seine Plattformen TALENT 3 und Zefiro V300, einen Teil des Produktionsstandorts Hennigsdorf und einen Standort in Frankreich verkaufen muss. Auch eine Frist für die Veräußerung gibt es, das war der 31. Juli 2021. Bis zu diesem Tag wurde allerdings nichts der oben aufgezählten Dinge veräußert. Und das obwohl Alstom für den Verkauf in guten Gesprächen mit Skoda Transportation ist und laut Insidern sogar dreimal ein Kaufkonzept vorlegte, das man jeweils selbst kurze Zeit später wieder zurückzog. Aus Unternehmenskreisen heißt es, dass Skoda nun in die Prüfung gehe, ob man Teile der Hallen überhaupt noch aufkaufen wolle. Nun stellen sich manche Kenner tatsächlich die Frage, ob laut den strengen EU-Regeln die Fusion zwischen Alstom und Bombardier nicht eigentlich rückabgewickelt werden müsste. Die EU-Kommission dementiert dies nicht, möchte sich aber zu Details nicht äußern. Bei Alstom ist man sich des Problems bewusst: Der Verkauf der Standorte, der von Brüssel eingefordert wird, sei lang und komplex in der Durchführung. Vor allem, weil sie das Einverständnis der Kunden voraussetze.

„Der Verkauf der Standorte, der von Brüssel eingefordert wird, ist lang und komplex in der Durchführung. Vor allem, weil sie das Einverständnis der Kunden voraussetzt“

Abellio ist insolvent

Abellio Deutschland hat die Einleitung eines Schutzschirmverfahrens beantragt. Das Amtsgericht Berlin Charlottenburg folgte diesem Antrag und ermöglicht somit die Sanierung des aufgrund struktureller Probleme unter wirtschaftlichen Druck geratenen Unternehmens.

Das Schutzschirmverfahren gibt Abellio die Möglichkeit, die aufgrund externer Kostensteigerungen notwendig gewordenen Restrukturierungsmaßnahmen eigenverantwortlich anzugehen, teilte das Unternehmen mit. Bisher ist der Mutterkonzern – die niederländische Staatsbahn – für die Defizite aufgekommen. Das ist nun nicht mehr der Fall.
Deshalb möchte man nun in Teilen Sachsen-Anhalts offenbar früher als geplant den Betrieb einstellen. Konkret geht es um die Strecken in der Börde, im Harz, im Salzlandkreis sowie der Region Anhalt. Wie die Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt GmbH (Nasa) bestätigte, laufen Konferenzen der Geschäftsführung, wie im Notfall der öffentliche Personennahverkehr aufrechterhalten werden kann, den das Land bei Abellio bestellt hat. Die Fahrgäste müssen dabei aber keine Sorge um ihre Verbindungen haben, denn das Land Sachsen-Anhalt muss den Verkehr sicherstellen - wenn auch notfalls auf eigene Kosten.

Auch der Rhein-Ruhr Express könnte betroffen sein. Abellio fordert deutlich höhere Zuschüsse, um ab Oktober die Züge weiter fahren zu lassen. Der NRW-Verkehrsministerhatte dazu erklärt, er sei bereit, Zuschüsse für Zusatzausgaben zu genehmigen, für die Abellio und andere Betreiber nichts können. Aber das Land weigert sich, Verluste auszugleichen, nur weil das Management von Abellio zu niedrige Preise für den Betrieb von Zügen angeboten hatte, nur um die Aufträge zu erhalten.

Es geht um die Arbeitsplätze von 3100 Mitarbeitenden.

ECx wird zu ICE L und bekommt neuen Look

Seit dem Projektstart vor zwei Jahren hat sich beim ECx, der ab Ende 2023 die DB Fernverkehrsflotte verstärken wird, vieles verändert. So wurde das Aussehen von Lok und Steuerwagen in enger Zusammenarbeit mit dem spanischen Hersteller Talgo nochmals komplett überarbeitet. Auch der Name wurde, wie zu erwarten war, abgeändert: Wie einst beim ICE 4, der den Arbeitstitel ICx trug, ersetzt der Fahrzeugname ICE L ab sofort den Arbeitstitel ECx. Dieser bringt nicht nur den neuen Look zur Geltung, sondern verdeutlicht auch die Zugehörigkeit zur ICE-Familie. Das Fahrzeug entspreche in seinen Eigenschaften denen eines ICE und bringe einen vollwertigen Komfort für Reisende mit sich, teilte die Deutsche Bahn in einer internen Aussendung mit. Das „L“ im neuen Namen steht für „Low Floor“. Denn der stufenlose Einstieg an allen Bahnsteigen mit einer Standardhöhe von 76 Zentimetern wird Fahrgästen dieses Zuges künftig den Ein- und Ausstieg erleichtern. Ein Zugverband des ICE L besteht aus jeweils einer Mehrsystemlok, einem Steuerwagen und 16 Reisezugwagen. Mit einer Länge von rund 13 Metern sind die Talgo-Wagen halb so lang wie konventionelle Reisezugwagen. Die insgesamt 562 Sitzplätze teilen sich in 85 Sitzplätze der 1. Klasse und 477 Sitzplätze der 2. Klasse auf. Ab Dezember 2023 sollen erste Züge auf der Strecke Berlin-Amsterdam eingesetzt werden, um den Betrieb der Linie 77 sukzessive zu übernehmen. Neben dem Kernnetz bedient der Lok-Wagenzug künftig auch touristische Ziele an der Nordsee und in den Alpen mit einer Höchstgeschwindigkeit von 230 km/h.

Das Ende des Metropolitan naht

Wir bleiben noch bei lokbespannten Fernverkehrstriebzügen. Der legendäre Metropolitan wird mit Fahrplanwechsel im Dezember abgestellt. in weiterer Betrieb ist für DB Fernverkehr wegen der anstehenden Hauptuntersuchung nicht mehr wirtschaftlich. Die Fahrzeuge sind mit einer speziell ausgerüsteten Lok der Baureihe 101 bespannt. Mittlerweile pendelt nach einem Unfall nur noch ein Zug in Fernverkehrsfarben als besonderer ICE zwischen Berlin und Köln. Nach dem Einsatzende sollen die beiden Fahrzeuge auf der Plattform DB Gebrauchtzug zum Verkauf angeboten werden. Und vielleicht findet sich ja jemand, der den Zügen ein gutes 3. Leben geben kann. Ein Video zum Metropolitan im Detail von mir findet ihr übrigens in der Infokarte.

Auch die ersten Intercity- Lokomotiven der Baureihe 101 werden nun aussortiert und der Verschrottung zugeführt. Das hatte ich bereits in meinem Video zum Ende der IC1 Züge anklingen lassen.

Schweiz

Letzter Giruno ausgeliefert

Mitte des Jahres übernahmen die SBB mit etwas pandemiebedingtem Verzug den letzten der 29 bestellten Giruno Triebzüge vom Hersteller Stadler. Die Züge erweisen sich als zuverlässig und verkehren mittlerweile auch im Regelbetrieb nach Italien. Seit dem kleinen Fahrplanwechsel Mitte Juni sogar bis nach Venedig. Für Ende des Jahres wird ein Update des ETCS der bis zu 250 km/h schnellen Züge erwartet. Damit kann künftig das Stromsystem an der Grenze schneller gewechselt werden. Dies muss aber erst in Tests in den Wintermonaten erprobt werden. Mit diesem Update wird auch die erweiterte Zulassung der Züge für die Schweiz, Deutschland, Österreich und Italien in Kraft treten. Das sind doch gute Nachrichten für den neuesten Hochgeschwindigkeitszug der SBB.

Fotos: SBB

DB baut in Basel

In Basel baut die Deutsche Bahn die Rheintalbahn viergleisig aus. Das schafft mehr Kapazität für ein stärkeres Angebot im Nahverkehr. Außerdem ermöglicht es mehr internationale Verbindungen. Im Frühjahr haben die Arbeiten in Basel begonnen. Zwischen der Grenze zu Deutschland und der Fasanenstrasse führt die Bahn Oberleitungsarbeiten durch. Sie baut 34 neue Maste und ersetzt elf bestehende. Das schafft die Basis für eine moderne und leistungsfähige Schieneninfrastruktur.

Die ersten neuen Oberleitungsmaste stellt sie vom 20. August bis 9. Oktober auf. Parallel baut sie alte Maste und Fundamente zurück. Daneben führt die Bahn Kabeltiefbauarbeiten durch und baut neue Weichen ein.

Abkommen zur Stärkung des Bahnverkehrs Deutschland - Schweiz

Bundesverkehrsminister Scheuer hat Ende August im Rahmen eines virtuellen Treffens mit seiner Schweizer Kollegin, Bundesrätin Simonetta Sommaruga, eine Vereinbarung zum grenzüberschreitenden Schienenverkehr unterzeichnet. Das Abkommen knüpft an die Ressortvereinbarung aus dem Jahr 1996 an und stellt die Grundlage für die künftige Zusammenarbeit der beiden Länder im Bereich des Schienenverkehrs dar.

Die wichtigsten Ziele des neuen Ressortabkommens sind:
> Die Verstärkung der Zusammenarbeit in den Bereichen Forschung, Entwicklung, Innovation und Digitalisierung.
> Eine intensive Zusammenarbeit bei der Entwicklung und beim Aufbau eines vertakteten Fahrplankonzeptes im internationalen Schienenpersonenverkehr.
> Die verstärkte Zusammenarbeit bei der Harmonisierung der technischen Parameter im grenzüberschreitenden Schienenverkehr.
> Die Förderung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit von Eisenbahnverkehrsunternehmen zur Intensivierung von Tages- und Nachtzugverbindungen im internationalen Verkehr.

Bahnhof Burgdorf Steinhof ist fertiggestellt

Die BLS hat die Bauarbeiten am Bahnhof Burgdorf Steinhof abgeschlossen. Der Bahnhof, der bisher in einer Kurve zwischen zwei Bahnübergängen lag, wurde um rund 250 Meter Richtung Oberburg auf eine gerade Strecke verschoben. So können am Bahnhof neu längere Züge an längeren Bahnsteigen halten und die Fahrgäste steigen ebenerdig ein und aus. Die beiden neuen Perrons sind überdacht und mit je einem Wartehäuschen ausgerüstet. Die BLS hat außerdem die Zugänge zum neuen Bahnhof angepasst und auch für Velos stehen mehr Abstellplätze bereit. Für die Modernisierung des Bahnhofs wurden rund 20 Millionen Franken investiert.

Eisenbahn in Ö-D-CH | Banner