Stieglbahn Riesenchance einer neuen Verkehrsachse in der Stadt Salzburg
Die Stieglbahn ist Salzburgs Riesenchance: Bereits ab 30 Mio. Euro könnte eine neue leistungsfähige Bahnachse entstehen. Mit einer möglichen Verlängerung bis Bad Reichenhall ließe sich zudem eine Lücke für tausende Pendler schließen.
Die Stieglbahn ist die Riesenchance einer neuen leistungsfähigen Verkehrsachse in der Stadt Salzburg. Die Chance liegt darin, dass die Bahn bereits vorhanden ist und nur für den öffentlichen Verkehr adaptiert werden muss. Sie benötigt lediglich neue Haltestellen, deren Platz bereits vorhanden ist, die Elektrifizierung sowie eine Anpassung der Ampelschaltungen an den Straßenkreuzungen.
Gleichzeitig ist die bestehende Bahntrasse ein unschätzbarer Wert. Bahntrassen in dicht bebauten Stadtgebieten sind heute praktisch nicht mehr neu zu errichten. Wer eine bestehende Strecke aufgibt und durch eine Straße ersetzt, verliert diese Schieneninfrastruktur unwiederbringlich. Dabei besitzt die Stieglbahn bereits eine Konzession zur Personenbeförderung und könnte künftig sowohl für den öffentlichen Personenverkehr als auch weiterhin für den klimafreundlichen Güterverkehr genutzt werden.
Der Ausbau bis zur Kendlerstraße ist bereits für rund 30 Millionen Euro zu realisieren. Für weitere rund 250 bis 280 Millionen Euro wäre eine Verlängerung mit einem unterirdischen Lokalbahnhof am Flughafen möglich. Fertig! So preisgünstig wie kaum irgendwo sonst kann eine völlig neue leistungsfähige Bahnachse entstehen. Dazu müsste lediglich das Land Salzburg beziehungsweise die Schiene Salzburg die Stieglbahn von der Stieglbrauerei erwerben. Nicht eingerechnet sind dabei die 14 Zweisystem-Triebwagen der Linzer Lokalbahn, die ab kommendem Jahr frei werden und sich für einen Einsatz auf der Stieglbahn eignen würden. Mit diesen Fahrzeugen wäre sogar eine direkte Weiterfahrt über das ÖBB-Netz bis zum Salzburger Hauptbahnhof möglich.
Die Bahn durchfährt ein Gebiet mit rund 59.341 Einwohnerinnen und Einwohnern. Das entspricht in etwa der gesamten Einwohnerzahl der Landeshauptstadt St. Pölten. In den vergangenen Jahren sind entlang der Strecke zahlreiche neue Wohngebiete entstanden beziehungsweise befinden sich derzeit in Entwicklung. Haltestellen wie beim Freiraum Maxglan oder beim neuen Recyclinghof wurden bei den Bauprojekten bereits berücksichtigt, ebenso wurden Bahnsteige im Bereich der Stieglbrauerei mit Bundesförderungen errichtet. Diese Stadtteile benötigen leistungsfähige öffentliche Verkehrsangebote – keine zusätzlichen Straßen.
Dazu kommt noch der Flughafen Salzburg, an dem im Jahr 2025 rund 1,8 Millionen Passagiere abgefertigt wurden. Diese könnten künftig umsteigefrei und direkt mit der Bahn bis ins Innergebirg beziehungsweise in die Tauernregionen oder Richtung Saalfelden und Kitzbühel reisen. Der unterirdische Flughafenbahnhof könnte im Zuge der bereits geplanten Umbauarbeiten am Flughafen gleich miterrichtet werden. Dadurch würde nicht nur die Erreichbarkeit des Flughafens deutlich verbessert, sondern auch dessen zukünftige Entwicklung nachhaltig unterstützt.
Im Rahmen der bisherigen Planungen zur Salzburger Mobilitätslösung war vorgesehen, die Stieglbahn gemeinsam mit der Regionalstadtbahn als westlichen Stadtast in das öffentliche Verkehrsnetz einzubinden. In Kombination mit dem Salzburger Obus-System könnte eine leistungsfähige Querverbindung entstehen, welche den Hauptbahnhof sowie die Innenstadt entlastet und den öffentlichen Verkehr insgesamt deutlich attraktiver macht.
Auch für den Güterverkehr besitzt die Strecke große Bedeutung. Bund und Land Salzburg fördern derzeit ausdrücklich die Verlagerung von Gütertransporten auf die Schiene und unterstützen Anschlussbahnen mit erheblichen Fördermitteln. Eine Stilllegung der Stieglbahn würde genau das Gegenteil bewirken: Güter müssten künftig wieder verstärkt mit Lastkraftwagen transportiert werden. Jeder Güterzug, der entfällt, bedeutet zusätzliche LKW-Fahrten auf Salzburgs Straßen.
Ebenso zeigen zahlreiche verkehrswissenschaftliche Untersuchungen, dass neue Straßen zusätzlichen Autoverkehr erzeugen. Eine Umwandlung der Stieglbahntrasse in eine Straße würde daher mehr Individualverkehr, mehr Lärm und höhere Schadstoffbelastungen verursachen. Hinzu kommt, dass die bestehende Trasse abschnittsweise relativ schmal ist und fraglich erscheint, ob daraus überhaupt eine leistungsfähige Straßenverbindung entstehen könnte.
Europaweit investieren Städte heute in den Ausbau ihrer Schieneninfrastruktur. Zahlreiche ehemals stillgelegte Bahnstrecken werden reaktiviert, weil ihre Bedeutung für eine nachhaltige Mobilität erkannt wurde. Salzburg sollte diesen Weg ebenfalls einschlagen, anstatt eine bestehende Bahntrasse dauerhaft aufzugeben.
Die Haltestellen der Stieglbahn sind wie folgt vorgesehen: „S-Bahn Guggenmoos“, „Freiraum Maxglan“, „Wirtschaftshof“, „Innsbrucker Bundesstraße“, „Stiegl Getränkemarkt“, „Bergerhof/Lanserhof“, „Volksschule Leopoldskron“, „Kleingartenanlage Kendlersiedlung“ sowie der unterirdische Bahnhof „Salzburg Airport“.
Für rund 300 Millionen Euro erhält Salzburg eine preisgünstige neue Bahnachse mit sehr hohem Verkehrswert und einem Mehrfachnutzen für Bevölkerung, Güterverkehr und Flughafen. Gleichzeitig wird eine bestehende Schieneninfrastruktur gesichert, die in Zukunft kaum mehr neu geschaffen werden könnte. Eine Straße kann auch an anderer Stelle entstehen – eine aufgegebene Bahntrasse kommt hingegen kaum jemals zurück. Gerade deshalb sollte Salzburg diese einmalige Chance nutzen und die Stieglbahn als leistungsfähige Verkehrsachse für kommende Generationen erhalten und weiterentwickeln.
Visionär gedacht könnte die Stieglbahn vom Salzburg Airport über Wals bis zur Staatsgrenze verlängert werden. Im Bereich des Landratsamtes in Bad Reichenhall ließe sich die Trasse direkt an die bestehende Bahnstrecke anbinden. Mit einer Gesamtlänge von rund 9,6 Kilometern würde diese Verbindung eine bedeutende Lücke im grenzüberschreitenden Schienennetz schließen. Dadurch erhielte das Projekt „Stieglbahn“ nicht nur einen deutlich höheren verkehrlichen Nutzen, sondern könnte aufgrund seines grenzüberschreitenden Charakters auch für eine Förderung durch die Europäische Union infrage kommen.
Pressemeldung - Verein: Die Rote Elektrische
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