Lokalbahn Verlängerung bis Eggelsberg: Zwischen Zukunftschance und berechtigter Sorge
Am 12.05.2026 wurde im voll besetzten Veranstaltungssaal Eggelsberg die Machbarkeitsstudie zur möglichen Verlängerung der Lokalbahn von Lamprechtshausen bis Eggelsberg bzw. Gundertshausen vorgestellt.
Lokalbahn Verlängerung bis Eggelsberg: Zwischen Zukunftschance und berechtigter Sorge
Am 12.05.2026 wurde im voll besetzten Veranstaltungssaal Eggelsberg die Machbarkeitsstudie zur möglichen Verlängerung der Lokalbahn von Lamprechtshausen bis Eggelsberg bzw. Gundertshausen vorgestellt.
Dass dieses Thema viele Menschen bewegt, war deutlich spürbar. Und das ist auch verständlich. Wenn eine mögliche Bahntrasse auf einem Plan eingezeichnet ist, entstehen sofort Fragen:
Was bedeutet das für mein Grundstück? Was bedeutet das für die Natur? Was bedeutet das für den Verkehr? Was bedeutet das für unsere Gemeinde? Und vor allem: Kommt das jetzt fix?
Wichtig ist aus meiner Sicht:
Wir stehen hier ganz am Anfang eines sehr langen Prozesses. Es wurde gestern sinngemäß gesagt, dass wir ungefähr bei Schritt 5 oder 6 von rund 100 Schritten stehen. Es geht also derzeit um keine fertige Umsetzung, keinen Baubeginn und keine endgültige Entscheidung.
Im Moment geht es vor allem darum, eine mögliche Flurtrasse zu sichern. Das bedeutet: Man möchte einen Korridor freihalten, damit dieser Bereich in Zukunft verbaut wird und man später, falls die Bahn tatsächlich kommen sollte, Häuser, Betriebe oder wichtige Infrastruktur entfernen müsste. Genau das wäre für alle Beteiligten die deutlich schlechtere Lösung.
Natürlich gibt es Sorgen. Und diese Sorgen verdienen Respekt.
Eine Bahntrasse kann Menschen unmittelbar betreffen. Manche befürchten Wertverlust, Lärm, Eingriffe in Grundstücke oder Veränderungen im Landschaftsbild. Landwirte fragen sich, wie Flächen künftig bewirtschaftet werden können. Anrainer wollen wissen, wie nah die Trasse wirklich kommen würde. Naturschutz, Kosten, Bauzeit und die tatsächliche Nutzung durch die Bevölkerung sind ebenfalls wichtige Fragen.
Gleichzeitig gibt es auch Chancen, die man sachlich betrachten darf.
Eine Lokalbahn bis Eggelsberg könnte unsere Region langfristig besser anbinden. Sie könnte Pendlerinnen und Pendlern eine echte Alternative zum Auto bieten, den Straßenverkehr entlasten, die Verbindung Richtung Salzburg und Oberndorf stärken und gerade für Jugendliche, ältere Menschen und Menschen ohne eigenes Auto mehr Mobilität bringen. Auch für Betriebe, Arbeitnehmer, Schulen, Vereine und das gesamte Ortsleben kann eine gute öffentliche Anbindung ein Vorteil sein.
Gerade weil dieses Projekt so groß ist, braucht es jetzt Ruhe, Sachlichkeit und Transparenz.
Angst entsteht oft dort, wo Informationen fehlen oder wo Menschen das Gefühl haben, über ihre Köpfe hinweg entschieden zu werden. Darum ist es wichtig, dass die Bevölkerung früh eingebunden wird, dass Fragen offen beantwortet werden und dass Betroffene gehört werden. Eine Trassensicherung bedeutet noch lange keine fertige Bahn. Sie bedeutet zuerst einmal: Man hält sich eine Möglichkeit offen.
Ich glaube, wir sollten dieses Thema weder schönreden noch schlechtreden. Wir sollten es ernst nehmen.
Ja, es gibt berechtigte Bedenken. Ja, es gibt große offene Fragen. Ja, es gibt mögliche Belastungen. Und ja, es gibt auch eine echte Zukunftschance für unsere Region.
Am Ende muss sorgfältig geprüft werden, ob Nutzen, Kosten, Eingriffe und Akzeptanz in einem guten Verhältnis stehen. Bis dahin braucht es einen respektvollen Austausch, ehrliche Informationen und die Bereitschaft, verschiedene Sichtweisen nebeneinander stehen zu lassen.
Für mich ist der wichtigste Punkt: Niemand sollte jetzt in Panik geraten. Das Projekt ist in einer sehr frühen Phase. Jetzt geht es darum, mitzudenken, Fragen zu stellen, sachlich zu bleiben und gemeinsam darauf zu achten, dass eine mögliche Entwicklung unserer Region gut, fair und mit Hausverstand geplant wird.
Bericht & Plan: Oliver Stöger | Bilder: Richard Fuchs