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Die Zeit ist reif für die neue Königsseebahn

14. Januar 2022, 10:30 Uhr von AIM

Das „Verkehrsforum Berchtesgadener Land und Rupertiwinkel e. V.“ informiert über seine Tätigkeiten im Jahr 2021 und über die Vorhaben für das Jahr 2022. Die neue Königsseebahn steht nun im Fokus der Aktivitäten.

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Das Verkehrsforum informiert über seine Aktivitäten

Der als gemeinnützig anerkannte Verein „Verkehrsforum Berchtesgadener Land und Rupertiwinkel e. V.“ verfolgt die Förderung des Umwelt- und Klimaschutzes mittels eines attraktiven öffentlichen Fortbewegungsverkehrs. Hierzu unterstützt er Entscheidungsträger und Verkehrsunternehmen mit Beratung und Planung und organisiert entsprechende Information der Öffentlichkeit.

Die Zeit ist reif für die neue Königsseebahn

Das beherrschende Thema in 2021 war das Projekt „Neue Königsseebahn“ und wird es auch in den nächsten Jahren sein. Hierbei geht es um den Wiederaufbau der vor Jahrzehnten eingestellten und abgebauten Bahnverbindung Salzburg – Marktschellenberg – Berchtesgaden – Königssee als moderne Regionalstadtbahn. Nachdem die Wiedererrichtung dieser Verbindung schon in verschiedenen Gutachten namhafter Verkehrswissenschaftler vorgeschlagen und auch in das Mobilitätskonzept des Landkreises Berchtesgadener Land von 2018 aufgenommen wurde, sind nunmehr die Voraussetzungen für die Umsetzung so günstig wie noch nie. Zum einen wurde in Salzburg der Bau der Regionalstadtbahn in Form der Verlängerung der Lokalbahn unter der Innenstadt hindurch nach Anif und Hallein unter dem Projektnamen „S-Link“ auf den Weg gebracht (Baubeginn ist für 2023 vorgesehen, vollständige Fertigstellung für 2027/2028) und wird in Anif eine Abzweigestation Richtung Grödig und die Landesgrenze vorgesehen.

Zum anderen wird im Zuge der Klimaschutzanstrengungen auch in Deutschland der Ausbau des öffentlichen Verkehrs und hierbei unter anderem die Reaktivierung stillgelegter Bahnlinien gefördert.

Linienverlaufsplan der neuen Königsseebahn als Teil der Regionalstadtbahn Salzburg (S-LINK).

Um anschaulich aufzuzeigen, dass es sich bei diesem Projekt nicht um eine Utopie handelt, haben Mitglieder des Vereins und des Partnervereins „Rote Elektrische“ in Salzburg eine 38-seitige Informationsbroschüre erarbeitet. Diese befasst sich mit den technischen und rechtlichen Herausforderungen des Projekts sowie seiner Finanzierbarkeit, die mit Mitteln nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) und mittels Fördergeldern der EU als grenzüberschreitendes Verkehrsprojekt möglich erscheint. Die Broschüre wurde zunächst im lokalpolitischen Bereich (Bürgermeister und Gemeinderäte der fünf Gemeinden des Berchtesgadener Talkessels sowie Landrat und Mitglieder des Kreistags BGL) verteilt.

Konzept-Broschüre "Neue Königsseebahn"

Bei vom Verein im Vorfeld der Kommunalwahlen 2020 veranstalteten Diskussionsrunden wurde dem Projekt von den Bürgermeisterkandidaten der fünf genannten Gemeinden und den Landratskandidaten Sympathie entgegengebracht. Ziel des Vereins ist, durch auch persönliche Überzeugungsarbeit eine breite Unterstützung für das Vorhaben in den politischen Gremien zu erreichen. Hierzu soll als nächstes eine Videokonferenz mit Herrn Landrat Kern und seinen zuständigen Mitarbeitern Mitte Januar dienen.

Ebenso im Zusammenhang mit dem Bau des S-Link Salzburg stand ein Strategietreffen von Fahrgast- und Verkehrsinitiativen aus Salzburg, Oberösterreich und Südostbayern, darunter das Verkehrsforum Berchtesgadener Land und Rupertiwinkel e. V., am 7.August 2021 in Mühldorf.

Hauptthema (neben der Information über den Planungsstand bei der ABS 38) waren die künftigen Nahverkehrsfahrzeuge auf den nach Salzburg führenden Bahnlinien, bei denen es sich um sog. Tram-Train-Fahrzeuge handeln sollte.

Diese „Tram-Train-Fahrzeuge“, nach dem weltbekannten „Karlsruher Modell“, können sowohl auf den mit Wechselstrom elektrifizierten Strecken der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) und der Deutschen Bahn (DB) als auch auf Innenstadtstrecken (analog Karlsruhe) verkehren. In Salzburg wird die Regionalstadtbahn, aufbauend auf der Salzburger Lokalbahn, die mit Gleichstrom betrieben wird, zur Regionalstadtbahn „S-Link“ weiterentwickelt, um einen attraktiven durchgehenden Verkehr in und durch die Stadt Salzburg und weiter, auch grenzüberschreitend bis zum Königssee, möglich zu machen.

Für die Präsentationen im Raum Berchtesgaden wurde ein moderner VDV-Triebwagen im möglichen Design gestaltet. Fotomontage: AIM; Originalbild: VDV-Pressebild

Ein weiteres Anliegen des Vereins sind Maßnahmen zur Verbesserung, insbesondere der beschleunigten und pünktlichen Abwicklung des Linienbusverkehrs in Berchtesgaden. Hierzu fand am 24. November 2021 ein ausführliches Gespräch mit Herrn Bürgermeister Franz Rasp von Berchtesgaden statt. Weitere Diskussionen zu diesem Thema in größerer Runde sind für Anfang 2022 vorgesehen.

Die Vorbereitung der Aktivitäten des Vereins geschieht nicht nur auf Vorstandebene und nicht nur im „stillen Kämmerlein“, sondern in Vereinsabenden an jedem ersten Mittwoch im Monat. Pandemiebedingt finden diese bis auf weiteres nur als Videokonferenzen statt, zu denen aber wie zu den früheren Präsenzveranstaltungen jeder Interessierte, auch wenn er nicht Vereinsmitglied ist, Zugang hat. Der Zugangslink wird jeweils auf der Vereinshomepage (verkehrsforum-bgl.de) veröffentlicht.

Dr. Karl Bösenecker, Verein „Verkehrsforum Berchtesgadener Land und Rupertiwinkel e. V.“ - Vorsitzender