„Touristenbahn Gleichenberger Bahn“ als Etikettenschwindel

19. September 2021, 18:00 Uhr von Richard Fuchs

Bis jetzt waren die Gründe, die Gleichenberger Bahn zerstören zu wollen, nicht klar ersichtlich. Auffällig war, mit welcher Vehemenz einige Politiker die Bahn loswerden wollen. Jetzt ist die „Katze aus dem Sack“ und die Motive werden klar.

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Örtliches Entwicklungskonzept 1.04 der Stadt Feldbach sieht Auflösung der Bahn vor

Beschreibung der Änderung:

"Im Bereich des Landesbahnhofes, KG Feldbach, wird eine Örtliche Vorrangzone für Erholung/Sport (Erholung und Kultur) im Gesamtflächenausmaß von ca. 2 ha neu festgelegt. Die bisherigen Ersichtlichmachungen des Bahngeländes bleiben bestehen. Die Änderung erfolgt in Vorbereitung für die Nachnutzung für das Areal."

Geänderte Planungsvoraussetzungen/Begründung der Änderung:

„Die Strecke der Landesbahn von Feldbach bis Bad Gleichenberg läuft derzeit in einem Testbetrieb und ist der Fortbestand noch nicht geklärt. Möglicherweise wird der Bahnbetrieb eingestellt und damit das Gelände des derzeitigen Landesbahnhofes nicht mehr in der Form genutzt. Die Stadtgemeinde verfolgt für eine eventuelle Nachnutzung das Ziel dieses ca. 2 ha große Areal inmitten von dicht verbautem Gebiet der Bevölkerung als Erholungsraum zu sichern. Es soll daher bereits im Vorfeld sowohl im ÖEK als auch im Flächenwidmungsplan eine entsprechende Ausweisung als Örtliche Vorrangfläche bzw. Sondernutzung im Freiland erfolgen.“
Auszug aus „ERLÄUTERUNG zur Änderung 1.04 des Örtlichen Entwicklungskonzeptes der Stadtgemeinde FELDBACH“

Die Katze ist aus dem Sack!

Bis jetzt waren die Gründe, die Gleichenberger Bahn zerstören zu wollen, nicht klar ersichtlich. Auffällig war, mit welcher Vehemenz einige Politiker die Bahn loswerden wollen. Sogar mit offener Einschüchterung von Befürwortern wurde gearbeitet. Die Stimmung in der Region ist im Keller, obwohl der Großteil der Bevölkerung die Bahn als vollwertiges öffentliches Verkehrsmittel erhalten will. Die Protest-Sonderzugfahrt am 29. August 2021 hat dies eindeutig aufgezeigt!

240 Fahrgäste fuhren am 29.August 2021 mit dem Protest-Sonderzug zwischen Bad Gleichenberg und Feldbach.
Vor Abfahrt des Zuges gab es das Gruppenbild mit einer eindeutige Aussage. Auffallend viele Politiker waren dabei.
Die Sonderfahrt wurde von der FPÖ, SPÖ und den Grünen gemeinsam organisiert; eine bemerkenswerte Aktion!

Jetzt ist die „Katze aus dem Sack“ und die Motive der Bahngegner werden klar!

Mit der Veröffentlichung des Dokumentes „WORTLAUT zur ÄNDERUNG 1.04 des Örtlichen Entwicklungskonzeptes der Stadtgemeinde FELDBACH“ vom 02.06.2021 kamen diese Vermutungen auf:

• Möglicherweise könnte dieses Örtliche Entwicklungskonzept das Motiv für die verbissene Bekämpfung
der Gleichenberger Bahn sein?
• Möglicherweise hungert man deswegen die Bahn gezielt aus?
• Möglicherweise sind die zentralgelegenen Flächen wertvoll?
• Möglicherweise könnte die Fläche des Bahnbetriebswerkes der Gleichenberger Bahn als Ausgleichsfläche
für ein vom Bürgermeister anderes versprochenes Bauprojekt benötigt werden?

Das genannte Papier wirft naturgemäß diese und ähnliche Fragen auf. Obwohl „der Hausverstand“ an eine Kaufhauskette vermietet ist, werden Restbestände in den Köpfen vernunftbegabter Menschen viele Ungereimtheiten hinterfragen!

Der Jugend soll offensichtlich die Zukunft der Mobilität entzogen werden, nur weil vermutlich ein paar Politiker ihr Ego ausleben wollen!

Wem gehört eigentlich das betreffende Grundstück?

Nach dem im ÖEK beigefügten Plan FB-EWP 1.04 ist das angesprochene Areal eindeutig im Besitz der Steiermärkischen Landesbahnen. Dieses Areal wird für den Betrieb der Gleichenberger Bahn, ohne Wenn und Aber, benötigt und kann nicht veräußert werden. Das Areal ist im „Österreichischen Eisenbahnbuch“ BH Wien Innere Stadt, wie jede Bahn in Österreich auch, als Verkehrsfläche ausgewiesen und kann nicht so ohne Weiteres umgewidmet werden.

Selbst der konkurrenzierende Regiobus benötigt das Areal des Bahnbetriebswerkes in Feldbach! Schon daran erkennt man
den Etikettenschwindel!

Diese Umwidmung ist erst möglich, wenn das Verkehrssystem „Lokalbahn Feldbach – Bad Gleichenberg“
vorsätzlich unwiederbringlich vernichtet ist!

Betriebsgelände Feldbach-Lokalbahnhof Remise und Triebwagen ET1 und ET2

Kostenintensive Abtragung von kontaminiertem Erdreich

Das Areal hat eine über hundertjährige Nutzung als Eisenbahngelände, inkl. Dampflokomotiven zum Kriegsgefangenenlager des Ersten Weltkrieges 1914-1918 und ab 1926 mit dem Bau der Gleichenberger Bahn hinter sich. In dieser Zeit wurde das Erdreich mit Kohle, Asche, Schmierölen und verunreinigten Frachtabfällen kontaminiert.

Wenn das Areal für die Nutzung als Spielplatz bzw. Freizeitpark u.ä. genutzt werden soll, muss das gesamte kontaminierte Erdreich zwischen 2-3 Metern abgetragen und als Sondermüll entsorgt werden (siehe dazu Diplomarbeit „Rückbau von stillgelegter Eisenbahninfrastruktur“ Katalin Knopper Matrikel 1610694818 FH St.Pölten Seite 25)!

Falls es Bombenangriffe in den Weltkriegen auf Feldbach gegeben hat, ist eine Kampfmittelerhebung bezüglich Kriegsrelikten durchzuführen, um mögliche Blindgänger zu entfernen. Bekanntlich waren die Hauptziele der Bomberpiloten Bahnanlagen. Dabei ist zu beachten, dass dann TNT (Trinitrotoluol) ins Erdreich sickern kann, das sich wegen seiner Wasserlöslichkeit im Erdreich rasch ausbreitet und das Grundwasser verseuchen kann. Dann ist das Erdreich bis zu einer Tiefe von acht Metern abzutragen und als Sondermüll zu entsorgen (Siehe Diplomarbeit Knopper ebenda).

Das Betriebsgelände (Remisen, Werkstätten, Reinigungsanlagen etc.) der „Lokalbahn Feldbach – Bad Gleichenberg“
ist als Nachnutzung für Kinderspielplätze o.ä. völlig unbrauchbar!

Auch eine Touristenbahn braucht ein Bahnbetriebswerk!

Der Etikettenschwindel eine „Tourismusbahn“ aufrecht erhalten zu wollen wird endgültig entlarvt, wenn es genau um das Bahnbetriebswerk der Gleichenberger Bahn geht. Auch eine sog. „Tourismusbahn“, was immer darunter verstanden werden soll, benötigt alle diese Bahnbetriebs-Anlagen zur Wartung der Fahrzeuge. Es ist völlig unerheblich, ob man am Wochenende 3 bis 4 mal zwischen Feldbach und Bad Gleichenberg hin- und herfährt oder man im Halbstundentakt die ganze Woche 365 Tage im Jahr regulären Nahverkehr durchführt. Für beide Arten von Verkehr benötigt man zwingend ein Bahnbetriebswerk!

Klimaschutz und elektrische Bahnen sind Begriffe, die zusammen gehören! 100% emissionsfreie Bahnen zu zerstören ist wohl die Schnapsidee des Jahrhunderts!

Bahngegner sollen mit offenem Visier kämpfen und ehrlich zur Zerstörung stehen

Der Etikettenschwindel „Tourismusbahn“ ist mittlerweile auf Kindergarten-Niveau. Die Gegner sollen ehrlich und offen der Bevölkerung ins Gesicht sagen, „ja, wir zerstören die Bahn und ob Du mobil bist, ist uns wurscht!“ Am besten wäre dieses Outing ein paar Tage vor einer Wahl. Das wäre wenigstens mutig! Bitte nicht mehr scheinheilig von Klimaschutz reden, was sowieso keiner glaubt!

Am Vorabend zur Dekarbonisierung eine umweltfreundliche elektrische Nahverkehrsbahn,
mit nachweislich falschen Argumenten, zu zerstören, ist wohl ziemlich das Dümmste, was ein Politiker machen kann!

Stehend: v.l.n.r.
GR Mag. Elmar König Feldbach, Johann Lösch Feldbach, GR Marianne Müller- Triebl Feldbach, GR Mag. Thomas Schilcher Feldbach,
Richard Fuchs Verein "Die Rote Elektrische" Salzburg, Vzbgm. Werner Jogl Bad Gleichenberg, BR Andreas Lackner Deutsch Goritz,
NR & StR Walter Rauch Bad Radkersburg, LAbg. & GR Herbert Kober Feldbach, GR Johann Eibl Fehring,

vor der Plane v.l.n.r.
GR Rita Binder-Kazianschütz Gnas, GR Michael Wagner Bad Gleichenberg, Vzbgm. Robert Trummer BA MA Feldbach, StR Franz Halbedl Feldbach

DAS IST DIE ZUKUNFT!

Logo - Verein "Neue Gleichenberger Bahn"

brandaktuell: Website www.gleichenbergerbahn.at bereits online!

Der Verein "Neue Gleichenberger Bahn" ist offiziell bei der BH Feldbach angemeldet!