Weltkulturerbe Achenseebahn

28. Dezember 2020, 12:00 Uhr von Peter_SKGLB

Ergebnisse des gesprächs der Präsidentin von ICOMOS Austria, Dr. Caroline Jäger-klein, mit Staatssekretärin Andrea Mayer am 9.12.2020 über die Achenseebahn!
Ein Beitrag von Prof. Mag. Herbert Klein, für die "pfiffigen Ischlerbahn" 12/2020

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ICOMOS berät als vollkommen unabhängiges, internationales Netzwerk von Fachexperten per Mandat durch die Welterbekonvention nicht nur die UNESCO, sondern gleichermaßen auch die sogenannte State Party, also auch die Republik Österreich, objektiv und auf rein sachlicher Ebene. Daher erlaubte sich ICOMOS Austria, Frau Staatssekretärin Mag. Andrea Mayer darauf aufmerksam zu machen, dass die Achenseebahn als Ganzes, und nicht nur in Teilen und Teilbereichen, dringlichst durch das Bundesdenkmalamt unter nationalen Denkmalschutz zu stellen ist. Nur damit ist ihre auch im internationalen Kontext Einzigartigkeit als vollkommen authentisch und integer erhaltenes Kulturerbe nicht weiter akut gefährdet.

Der von ICOMOS International in Kooperation mit TICCIH International im Juni 2020 ausgerufene Heritage Alert und nun die Aufnahme der Achenseebahn durch Europa Nostra in die Liste der sieben am meisten gefährdeten Kulturerbestätten Europas für 2021 bestätigen eindrucksvoll dieses für eine Kulturnation wie Österreich unwürdige derzeitige Bedrohungsszenario. Zudem ersuchte Präsidentin Jäger-Klein Staatssekretärin Mayer, auf die Tiroler Landesregierung dahingehend einzuwirken, dass schnellstens die längst zugesagten Unterstützungen zur Abwendung des betriebswirtschaftlichen Konkurses auch wirklich ausgezahlt werden. Denn aufgrund des Konkursrechtes besteht nach wie vor die unmittelbare Gefahr einer nie wieder gut zu machenden Zerschlagung der gesamten technischen Anlage.

Ein Güterzug der Achenseebahn bei Erhaltungsarbeiten im
Dezember 2020|Bild: G. Mackinger

Eine nationale Unterschutzstellung der Bahn steht nicht grundsätzlich in Widerspruch zu ihrem Betrieb als zeitgemäßes Regionalverkehrsmittel. Mittlerweile ist dies technisch problemlos durchführbar und in die Anlage der Achenseebahn integrierbar, ohne den historischen Kontext zu verletzen. Die Expertise dazu ist in Österreich vorhanden, und es gibt auch ausreichend erfolgreiche Beispiele dafür.

Die Staatssekretärin sagt den Vertreterinnen von ICOMOS Austria zu, sich schnellstens und persönlich für den Bestand der Achenseebahn einzusetzen.“

Der Autor: Prof. Mag. Herbert Klein
Geboren 1956 in Gmunden; Kindheit am Traunsee, Volksschule in Ebensee, Gymnasium in Bad Ischl, Studium der Rechtswissenschaften und Wehrdienst in Salzburg bis 1982.
Seit Kindertagen Faszination der Verkehrs-Technik, mit 3 Jahren erste Modelleisenbahnanlage, im Unternehmen des Vaters Köf 2 und Dampfspeicherlok, später Spezialisierung auf Schifffahrt; 1970: Prägendes Erlebnis die Verschrottung des Traunsee-Raddampfers ELISABETH (Bj. 1858), 1982: Kleiner Beitrag, um die Verschrottung des Traunsee-Raddampfers GISELA (Bj. 1871) zu verhindern und später, ihn als erstes bewegliches Kulturgut in Österreich unter Denkmalschutz zu stellen. 1998/99: Verfassen des Österreich-Teils im „World Register of Historic Ships“ (Hg.: Norman Brouwer). 2000 erfolgte die Gründung des Vereines Freunde Historischer Schiffe (heute etwa 300 Mitglieder), der ua historische Schiffe betreibt und restauriert, wie den unter Denkmalschutz stehenden Donau-Güterkahn GK 10065, ein ehemaliges österreichisches Gendarmerieboot aus Aluminium und auf Nord- und Ostsee den norwegischen Colin-Archer-Segler AGLAIA, der regelmäßig an internationalen Regatten für historische Schiffe teilnimmt.
Seit 2018 eher zufällig wiederwachtes Interesse an der Eisenbahn, was sich in der aktiven Mitarbeit und Unterstützung des Eisenbahnmuseums Heizhaus Strasshof bei der Öffentlichkeitsarbeit manifestiert; seit 2016 Mitglied von ICOMOS Österreich mit dem Schwerpunkt „Technische Denkmale“, seit März 2020 Engagement für das Überleben der Achenseebahn. kpv@gmx.at