Propagandashow Verkehrstage

11. Oktober 2020, 15:30 Uhr von Richard Fuchs

In einem als Fachartikel getarnten Inserat wird der Langzeit-Langweiler „Oberirdische Straßenbahn“ aufgekocht! Wenn dem Veranstalter der Verkehrstage kein Thema mehr einfällt, muß man die Sinnhaftigkeit der Veranstaltung in Frage stellen!

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Presseinformation & offener Brief 10. Oktober 2020

In einem als Fachartikel getarnten Inserat in den SN wird schon wieder der Langzeit-Langweiler „Oberirdische Straßenbahn“ aufgekocht! Wenn dem Veranstalter der Verkehrstage kein anderes Thema mehr einfällt, als über 10 Jahre die Straßenbahn zu diskutieren, dann sollte man schleunigst die Sinnhaftigkeit der Veranstaltung generell in Frage stellen! Besonders unhöflich vom Veranstalter ist, unter Vorspiegelung falscher Tatsachen, Experten aus halb Europa heranzukarren, um den „naiven Salzburgern den aufrechten Gang“ zu erklären.

Oberbürgermeister aus Tübingen soll zum x-ten Mal die Straßenbahn "verkaufen"!!

So soll, allen Ernstes, der Oberbürgermeister von Tübingen dazu missbraucht werden, den Salzburger Politikern den argumentativen „Ladenhüter Straßenbahn““ zu verkaufen. Womöglich wurde der Tübinger Oberbürgermeister gar nicht darüber informiert, was der aktuelle Stand der Regionalstadtbahn Salzburg im Zentralraum Salzburg ist.

Auch wenn der Meinungsbildungsprozess fast 40 Jahre gedauert hat, ist nun endgültig in einem einstimmigen Fünfparteien-Beschluss im Salzburger Landtag die Entscheidung für den Regionalstadtbahn-Innenstadttunnel gefallen!

Spätestens seit der ERB-Machbarkeitsstudie 2015 ist bekannt, dass in Salzburg nur ein Innenstadttunnel in der Lage ist, die notwendigen Fahrgastströme zu transportieren. Tübingen im Schwarzwald hat rund 90.000 Einwohner und eine Bevölkerungsdichte von etwas mehr als 800 Einwohner pro Quadratkilometer. Die in Umsetzung befindliche Regionalstadtbahn Neckar-Alb mit 45 Kilometer reaktivierten und Neubau-Strecken wird von der Erms-Neckar-Bahn betrieben und wird eine neue Mobilitäts-Qualität in die durchwegs ländliche Region in Baden-Württemberg bringen. Dieses Projekt muss beileibe nicht in Konkurrenz zur Regionalstadtbahn Salzburg treten.

Salzburg hat im Stadtbereich rund 150.000 Einwohner und eine Bevölkerungsdichte von rund 2.600 Einwohner pro Quadratkilometer, allerdings in einem Zentralraum von fast 1,5 Millionen Einwohnern. Das Regionalstadtbahn-Netz Salzburg hat eine völlig andere, mit der Erms-Neckar-Bahn überhaupt nicht vergleichbare Aufgabenstellung. Darum darf man diese Bahnen miteinander überhaupt nicht vergleichen!

Der unterirdische Lokalbahnhof ist ein vollwertiger Regionalstadtbahn-Bahnhof, der seit nunmehr 1996 auf den Weiterbau durch die Stadt wartet. 2023 ist der BAUBEGINN für den Innenstadttunnel geplant!

Das Projekt Regionalstadtbahn Salzburg mit Innenstadttunnel

Das ist derzeit der offiziell geplante Zeitablauf seitens des Landes Salzburg.

Der Salzburger Landtag hat in einem einstimmigen Fünf-Parteien-Beschluss den Bau des Innenstadttunnels festgelegt. Dazu wurde eine Projektgesellschaft Regionalstadtbahn Salzburg gegründet, die ab 2021 die Detailplanung beginnt, 2023 den BAUBEGINN startet und die erste Etappe bis 2025 bis Mirabell eröffnet! 2026 werden 20 TramTrain-Triebwagen aus dem VDV-Fahrzeugbeschaffungsprogramm geliefert und 2027/28 wird die Betriebsaufnahme bis Hallein gefeiert.

Das VDV-Fahrzeugbeschaffungsprogramm TramTrain ist eine europäische Sammelbestellung von Regionalstadtbahn-Triebwagen. Derzeit sind 504 Fahrzeuge zur Bestellung vorgesehen! Für die Regionalstadtbahn Salzburg sind derzeit 20+5 Triebwagen, v.a. als Ersatzbeschaffung für die Salzburger Lokalbahn, vorgesehen.

Folgt man dem SN-Inserat, dürften diese Informationen dem Tübinger Oberbürgermeister vorenthalten worden sein. So geht man mit einem auswärtigen Gast nicht um! Man lässt niemand bewusst ins verbale Messer laufen, nur weil es gerade für irgendwen opportun ist.

Das hervorragende Tübinger-Regionalstadtbahn-Konzept wäre es wert, sachlich und ohne jede Polemik dargestellt zu werden! Auch wenn es viele Gemeinsamkeiten in der Region gibt, wissen die Salzburger sehr wohl selbst, wie auch die Entscheidungsträger in Tübingen, was sie tun sollten!