Treppenwitz der Geschichte – katastrophaler nicht existenter ÖPNV „Inner Gebirg“

04. Oktober 2020, 10:00 Uhr von Richard Fuchs

Es ist ein echter Treppenwitz der Geschichte, wenn Vertreter von „Fridays for Future“ zur Demo nach Salzburg mit dem Auto fahren müssen, weil zwischen Radstadt und Salzburg KEIN ZUG MEHR FÄHRT! Ärger kann kein Mißstand aufgezeigt werden!

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Presseinformation 04. Oktober 2020

Es ist wohl ein echter Treppenwitz der Geschichte, wenn Vertreter von „Fridays for Future“ zur Demo nach Salzburg mit dem Auto fahren müssen, weil zwischen Radstadt und Salzburg KEIN ZUG MEHR FÄHRT! Während auf der Demo die Verlagerung von der Straße auf die Schiene verlangt wird, werden die Menschen gezwungen, das Auto zu benützen! Soviel verkehrspolitischer Wahnsinn, lässt die Zornesröte aufziehen.

Die Sprecherin Annika Dafert (am Mikrofon) musste mit dem Auto zur Demo nach Salzburg fahren, weil es zwischen Radstadt und Bischofshofen keinen Nahverkehrszug mehr gibt. So ist es den Salzburger Nachrichten vom 3.10.2020 zu entnehmen. So ein Unfug, seitens des Salzburger Verkehrsverbundes, ist schon ein Treppenwitz der Geschichte.

12 Stunden hält kein Zug im Ennspongau

Bekanntlich fährt über ZWÖLF STUNDEN KEIN EINZIGER NAHVERKEHRSZUG zwischen Radstadt und Bischofshofen. Dieser Fahrplan ist, obwohl mehrmals kritisiert, als nicht existent zu betrachten. Als vor über 20 Jahren, zu Zeiten von LH-Stv.Dr.Gasteiger, noch in jedem Tal, ob Bahn oder Bus, pro Stunde ein Kurs des ÖPNV fuhr, war es völlig unproblematisch, aus den Gebirgstälern nach Salzburg mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren! Dafür hat Gasteiger extra den Bahnhof Bischofshofen umbauen lassen.

Böse Zungen könnten vom "24-Stunden-Takt" reden, weil alle 24 Stunden fährt irgend etwas vorbei! Für Fahrgäste ist das eine Zumutung! Da braucht man auch keine Park & Ride-Parkplätze mehr anbieten, wenn ohnehin nichts stehen bleibt!

Die Geschäftsführung des Salzburger Verkehrsverbundes hat in der Folge, gegen deren Verpflichtung im Gesellschaftsvertrag, das Angebot Inner Gebirg soweit zurückgefahren, dass es heute als gar nicht mehr existent zu betrachten ist. Nachdem derzeit keinerlei Hinweis auf nur die geringste Verbesserung des Angebotes zu erwarten ist und diese katastrophalen Zustände nicht länger zu ertragen sind, ist die Politik im Land Salzburg verpflichtet, im Sinne ihrer Bürger, die Geschäftsführung der Salzburger Verkehrsverbund-Gesellschaft unverzüglich auszutauschen. Der derzeitige Schlendrian muss ein Ende haben.

Hinter dem Paß Lueg wird es angebotsmäßig finster und niemand scheint das zu stören. So ein chaotischer Zustand verlangt nach Konsequenzen!

Der öffentliche Verkehr in Salzburg, muss, wie in Tirol oder Oberösterreich, auf ein Mindestangebot stündlich in jedes Tal, halbstündlich der Nahverkehr auf der Schiene auf allen Strecken und alle 10 Minuten auf allen Linien innerstädtisch, ab Fahrplanwechsel, angehoben werden.

Aufgrund der 20 Jahre Versäumnisse ist dieses Mindestangebot auch nicht mehr diskutierbar. Was in anderen Bundesländern seit Jahren problemlos funktioniert, muss auch in Salzburg möglich sein. Wenn es notwendig ist, muss in der Salzburger Verkehrsverbund-Gesellschaft dazu personell Vorsorge getroffen werden. Die Zeit zum Wechsel drängt, weil der nächste offizielle Fahrplanwechsel ist Mitte Dezember 2020

Der Schienennahverkehr in Salzburg endet nicht am Paß Lueg! "Inner Gebirg", also im Pinzgau, Pongau und Lungau wartet der öffentliche Verkehr darauf, wieder auf das Niveau wie vor über 20 Jahren gebracht zu werden. Die Zukunft der Mobilität liegt im Schienenverkehr und nicht im Autoverkehr im STAU! Eine Waggonachse auf dem Sockel in Bischofshofen hat nichts mit Mobilität zu tun!

Die Verbindung in den Enns-Pongau ist exemplarisch für die Gesamtentwicklung des ÖPNV im Bundesland Salzburg. In den vergangenen 10 Jahren wurden schleichend Verbindungen reduziert oder gänzlich gestrichen. Vor allem die für den ÖPNV wichtigen Anschlussknotenpunkte wie z.B. Bahnhöfe sind nicht mehr im Takt mit dem Busangebot und damit für Fahrgäste und Touristen völlig unbrauchbar. Umsteigezeiten von bis zu 59 Minuten werden mittlerweile als "normal" betrachtet, für den Fahrgast ist das natürlich eine absolute Zumutung.