Sonderfahrt: Hör das Signal, Berlin!

28. September 2020, 19:50 Uhr von AIM

Jeden Tag werden zahllose Güter für uns von A nach B transportiert. Die Güterbahnen, das hat die Corona-Krise erneut gezeigt, sind dabei eine systemrelevante Stütze von Industrie und Handel. Rund eine Million Tonnen Güter transportieren...

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Sonderfahrt: Hör das Signal, Berlin!

Jeden Tag werden zahllose Güter für uns von A nach B transportiert. Die Güterbahnen, das hat die Corona-Krise erneut gezeigt, sind dabei eine systemrelevante Stütze von Industrie und Handel. Rund eine Million Tonnen Güter transportieren sie binnen 24 Stunden allein in Deutschland. Vieles davon bekommen wir gar nicht mit. Zum Beispiel, dass die Hälfte dieser Verkehre mindestens einmal die Grenze zu einem unserer Nachbarländer überquert. Klappt es mal nicht, merken wir das schneller als uns lieb ist (Stichwort Toilettenpapier). Plötzlich fehlt uns ein Utensil des täglichen Bedarfs, welches doch sonst immer verfügbar ist.

Seit der Marktöffnung 1994 sind die privaten Güterbahnen stark gewachsen und heute schon für mehr als die Hälfte des Schienengüterverkehrs verantwortlich. Tendenz: weiter steigend! Das ist auch gut so, denn unser Land und Europa benötigen mehr Verkehr auf der Schiene und weniger auf der Straße, wenn Klima- und Umweltziele erreicht, die Verkehrssicherheit erhöht und die Versorgung gewährleistet werden sollen. Die nicht dem Bund gehörenden Güterbahnen arbeiten mit 100-prozentigem Engagement, sind effizient und agil. Leider wurden sie von der Bundesregierung ignoriert, als es um finanzielle Unterstützung in der Corona-Krise ging. Für Umsatzausfälle bei der Deutschen Bahn AG will der Bund in diesem Jahr fünf Milliarden Euro zur Verfügung stellen. Deren Güterbahn-Sparte allein weist in den ersten sechs Monaten des Jahres 352 Millionen Euro Defizit aus, die allerdings nicht alleine aus der Corona-Krise resultieren, sondern strukturelle Ursachen haben. Für Umsatzausfälle bei Güterbahnen außerhalb der DB stellt der Bund dagegen 0 Euro zur Verfügung.

Die Güterbahnen demonstrieren in Berlin am 28. September dafür, dass es auch künftig einen fairen Wettbewerb geben muss und die Güterbahnen insgesamt wachsen können. Sie wollen zum einen nicht schlechter als die bundeseigene Güterbahn der DB behandelt werden. Sie wollen zum anderen, dass die Regierung ihren langjährigen und vielfältigen Ankündigungen zur Stärkung der Schiene JETZT Taten folgen lässt, um den Verkehr von der Straße zu verlagern. Die Güterbahnen lassen daher von sich hören.