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Region
AT335 Tiroler Unterland

Resumee Achenseebahn am Ende des 130. Jahres!

05. Dezember 2019, 20:30 Uhr von Richard Fuchs

Eine Zahnradbahn ist eines der langlebigsten und zugleich sichersten Verkehrsmittel überhaupt. Eine grundlegende Sanierung und Erneuerung der Gleisanlagen ist notwendig, egal ob Dampfzugverkehr oder moderner Nahverkehr betrieben wird.

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Die Ablöse vom reinen Dampfzugverkehr zum modernen elektrischen Nahverkehr konnte zum 130-Jahrjubiläum schon erahnt werden!

Dampfzug und Elektrotriebwagen nebeneinander sind auch in Zukunft möglich. "Zukunft mit Herkunft" kann auch ein modernes Nahverkehrskonzept sein.

Eine Zahnradbahn ist eines der langlebigsten und zugleich sichersten Verkehrsmittel überhaupt. Die Achenseebahn fuhr 2019 zum 130 Jahrjubiläum. Nach 130 Jahren ist, trotz kleinerer Reparaturen, eine grundlegende Sanierung und Erneuerung der Gleisanlagen notwendig, egal ob reiner Dampfzugverkehr oder zukunftsorientierter moderner Nahverkehr betrieben wird.

Bundesfinanzierung MIP wird der Achenseebahn durch das Land Tirol vorenthalten

Weder eine Straße, noch eine Bahn, kann den Fahrweg aus irgendwelchen Erlösen, selbst erwirtschaften. Dazu gibt es vom Bund und den Ländern finanzielle Fördertöpfe. Für Privatbahnen (nicht bundeseigene Eisenbahnen) gibt es in Österreich dafür alle 5 Jahre das sogenannte MIP, das Mittelfristige Investitionsprogramm, Aufteilung 50% Bund und 50% Land. Die Achenseebahn, als einzige Regionalbahn Österreichs, wurde aus dem letzten MIP 2015-2019 herausgenommen. Damit wurde die Bahn in die Situation gedrängt, keine Planungssicherheit mehr zu haben.

Das jahrzehntelang vernachlässigte Gleis wird erst seit 2015 erneuert und da fehlen die MIP-Mittel. Die Anschaffung des Bahnbau-Traktors, für variable Einsatzzwecke, quasi ein "Schweizer Messer", war die wichtigste Anschaffung!

Auch wenn damit die Achenseebahn, mangels fehlender öffentlicher Gelder für die Instandhaltungskosten der Gleisanlagen, in finanzielle Nöte geraten ist, erzielte die Bahn auch im Jahr 2018 im operativen Bereich schwarze Zahlen. Obwohl es für die Bahnerhaltung und Erneuerung diese Mittel seit 2015 nicht mehr gibt, zahlen die Anrainer-Gemeinden und Tourismusverbände ihre Anteile, aufgrund der regionalen Bedeutung der Achenseebahn, weiter. Um den Bahnbetrieb sicher durchführen zu können, ist es notwendig die genannter Förderungsgelder von Bund und Land wieder zur Verfügung zu stellen.

Zukunft fährt zum Achensee mit den modernen Appenzellerbahn-Triebwagen

Für die Achenseebahn war es fast ein "Geschenk des Himmels" preisgünstig die fast neuwertigen Elektrotriebwagen der Appenzellerbahn ankaufen zu können!

Ohne Bundesmittel aus dem MIP und ohne elektrische Nahverkehrstriebwagen wird die Existenz dieses hochwertigen Tourismuszieles in Tirol und alle Chancen für die Zukunft eines modernen Nahverkehrs in Frage gestellt! Nachdem dem Retter der Achenseebahn, Mag. Georg Fuchshuber, seitens der Mehrheit der Aktionäre das Vertrauen entzogen wurde, dürfte sich die Zukunft der Achenseebahn zu einem Lotteriespiel entwickeln, weil niemand mehr einschätzen kann, wohin die finanzielle Aushungerung durch das Land die Zukunft der Bahn schicken wird. Angesichts der STAU-Chaos-Ereignisse im Achental wäre es so ziemlich das Dümmste, was passieren kann, das Verschrotten der modernen Elektrotriebwagen, die die Riesenchance bieten würden, die Bewohner vom Achensee am STAU vorbei zu befördern.